Freundeskreis Kambodscha e.V.

Hier sind die Mitglieder des "Freundeskreis Kambodscha e.V." aufgeführt.

Berney, Monique - Montreux/Schweiz
 
Bleisch-Welteke, Sigrid
 
Bleyl, Andreas - Stuhr
 
Die Essenz, Julia Wittmann - Stahnsdorf
 
Jones, Katharina - Hamburg
 
Kircher, Helmuth - Aumühle
 
Kircher, Monika - Aumühle
 
Krause, Tom - Hamburg
 
Langer, Elle – Berlin
 
Lindemann, Christina - Hamburg
 
Melles, Silke - Erkrath
 
Reiter, Moritz Robert - Hannover
 
Schoeberichts, Josef - Stuhr
 
Schwab, Klaus – Köln
 
South, Chantha - Siem Reap/Cambodia

Spielmann, Peter - Kleinmachnow 

Spielmann, Dr. Susanne - Kleinmachnow
 
Wittmann, Karin - Berlin

Chantha South

Chantha wurde in einem Dorf, 35 km nordöstlich von Siem Reap, geboren. Die Bedingungen waren absolut vergleichbar zu der damaligen Zeit, Kriegswirren, Armut, unzureichende Versorgung und Ernährung. Bereits mit 4 Jahren wurde Chantha zu seiner Tante als Pflegemutter abgegeben mangels ausreichender Versorgung. Bei den Pflegeeltern hat er schon in diesem jungen Alter lernen müssen, dass das Leben aus Arbeit besteht und es nur ein Weiterkommen gibt, wenn man sich den Herausforderungen stellt. So lernte er Kochen, Waschen, Putzen, Kinderbetreuung und Tiere versorgen; nicht zu vergessen, auch Nahrung zu beschaffen wie Frösche, Ratten, Fische, Schlangen, Schnecken usw.
 
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Mit 8 Jahren ( 1993 ) durfte er zeitweise in die Grundschule gehen, vorher war es ihm nicht erlaubt. Durch ein einschneidendes traumatisch erzieherisches Erlebnis hat er im Alter von 10 Jahren seine Pflegeeltern verlassen und versucht, sich bei den Roten Khmer – Soldaten als Koch durchzuschlagen, wurde nach Wochen wieder zurück geschickt, weil er zu jung war und nicht mit den Soldaten weiter ziehen konnte. Also musste er zu den Pflegeeltern zurück und ist mit 13 Jahren und nur mit dem, was er anzuziehen hatte, aufgebrochen, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Bei den Bettelmönchen in einer Pagode nahe Siem Reap hat er einen Platz gefunden und wurde glücklicherweise aufgenommen. Dort durfte er weiter zur Schule gehen, hat Englisch Unterricht erhalten, was ihn dann befähigte, selbst Kindern aus der Pagode und umliegenden Familien zu unterrichten. Pro Tag hat er 75 Cent in der Pagode verdient und pro Familien Unterricht 8 US $ pro Monat; er konnte sein Schulausbildung selbst bezahlen.

2001 hat Chantha, noch bei den Mönchen lebend, seinen Schulabschluss gemacht, durfte die Schule weiter besuchen und hat 2005 sein Abitur abgelegt. Während dieser Zeit musste er früh morgens mit den Mönchen betteln gehen für Essen, Trinken usw., er hat alles erlebt. Nach dem Abitur hat er in einem Restaurant gearbeitet und 25 US$ im Monat verdient; berufsbegleitend 10 Mon. eine Hotelfachschule besucht, um dann anschließend im Raffles – Hotel Siem Reap als Poolkellner zu arbeiten.

Eine dortige Gastfamilie aus Braunschweig hatte von seinen Plänen gehört und  ihn spontan eingeladen, für 6 Monate nach Deutschland zu kommen und mittels eines Stipendiums Deutsch zu lernen, das war die Zeit von Juli bis Dezember 2006. Sein Visum war abgelaufen und er musste am 25. Dez. 2006 wieder zurück. Frühjahr 2007 hat er begonnen, eine Ausbildung als Reiseleiter zu machen und hat diese Ende 2008 mit Examen abgeschlossen. Seitdem arbeitet er in diesem Beruf und das ausgesprochen erfolgreich.

Im Rahmen seiner Reiseleiter – Tätigkeit ist er landesweit unterwegs und demnach mit der Armut konfrontiert. Er hat sich mehr und mehr an seine Kindheit und Geschichte erinnert und begonnen, Kindern zu helfen, zunächst in einem Waisenhaus nahe Siem Reap. Das macht er noch heute mit dem Geld, was er zum Leben nicht benötigt.

In dieser Zeit ist auch das Thema Trinkwasser und Brunnen entstanden. Er war und ist nur auf Spenden angewiesen und konnte somit nicht viel bewirken.

Als Ergänzung und Information zu seiner Person sei noch bemerkt, dass ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre absolvierte und dieses im Oktober 2015 abgeschlossen hat.

Bei dem Besuch von Helmuth im November 2014 anläßlich der ersten Schritte in Richtung Freundeskreis und Trinkwasser hat Chantha mit Tränen am Flughafen folgenden Satz gesagt, der eigentlich alles beinhaltet, was er lebt und fühlt und warum ein so großes Vertrauen aus seiner Person ausstrahlt:

„In meinem Leben habe ich immer vor einer großen Mauer gestanden und nie so recht gewusst, wie ich diese erklimmen kann. Du hilfst mir, ja, ich bin mir sicher, dass ich schon auf der Mauer stehe, hab vielen und herzlichen Dank; ich werde dich nie enttäuschen“.

Helmuth Kircher

Nachdem ich mein Maklerbüro in 2014 verkauft habe, bin ich nun frei in der Gestaltung neuer Aufgaben, die mich zukünftig begleiten sollen. In der Vergangenheit habe ich recht viel Verantwortung übernehmen müssen. Diese werde ich jetzt für mein Projekt „Wasser und Leben für Menschen in Kambodscha“ einbringen und an vorderste Priorität zu setzen. Durch den Zufall, einem wunderbaren Menschen begegnet zu sein, habe ich begonnen, mich für dieses Projekt zu engagieren.

Alle meine Qualifikationen, die ich mir im Laufe meines Lebens erarbeitet habe und letztlich auch das hohe Maß an Erfahrungen, so bin ich mir sicher, befähigen mich, diese großartige Aufgabe wahrnehmen zu können. Sie sind die Grundlage für mein Tun im Freundeskreis, zusammen werden ich und wir noch sehr viel erreichen, Meine Ziele habe ich  unter der Rubrik „Vision“ formuliert.

Karin Wittmann

Während meiner beruflichen Laufbahn bin ich zwangsläufig viel in der Welt herumgereist. Mich haben immer fremde Kulturen, Menschen und deren Lebensart interessiert insbesondere auf dem Land. Aber nie hat mich bei einer Reise etwas tiefer berührt, als die Erlebnisse in Kambodscha, geprägt durch einen willensstarken jungen Menschen, Chantha South. Er hat durch seine beeindruckende Darstellung über Vergänglichkeit einer Kultur einerseits und dem unermüdlichen Willen, den dort lebenden Kindern und Familien andererseits, ein erträgliches Leben zu schaffen, den Anstoß zu meinem heutigen Tun gegeben. Chantha South arbeitet an einer bewundernswerten Initiative, der ich mich annehme, um den Kindern und jungen Menschen eine Perspektive zu geben.

In diesem Projekt sehe ich einen willkommenen Anlass, etwas zurückgeben zu können.  Hierzu erscheint mir das Bildungsproblem als wichtiger Aspekt.
Kinder sollten es uns wert sein, wo immer auf der Welt, und dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Das ist der Grund, warum mir der Freundeskreis Kambodscha am Herzen liegt.