Reisebericht vom 19. Juli – 03. August 2018

Die Notwendigkeit dieser Reise ist entstanden durch die Mitteilung des RC Kleinmachnow, vertreten durch unser Mitglied und unseren Freund Peter Spielmann, dass der RC zukünftig pro Jahr 10.000 € für Schulen aufwenden will sowie 50 % der Löhne für die Lehrer. Insofern lag der Schwerpunkt nicht auf der Kontrolle unserer Brunnen, sondern mehr auf der Suche geeigneter Standorte. Und das ist nicht so ganz einfach, wie sich gezeigt hat. Es muss freie Grundstücke geben, die Bereitschaft der Verantwortlichen, die Familien- und Kinderzahl um die Schule herum und es muss Englisch – Lehrer geben, die dort auch unterrichten wollen. Das ist mir bisher in 2 Fällen gelungen, dazu gebt es separate und eigenständige Berichte.

Die Qualität unserer Brunnen hat sich deutlich verbessert, was sich wie folgt darstellt:

21.07 26 Brunnen  2 Brunnen defekt, 1 x rep. + 1 x Nacharbeit
22.07 26 Brunnen  2 Brunnen defekt, 2 x repariert
23.07 8 Brunnen 1 Brunnen defekt, Nacharbeit
24.07 4 Brunnen alle okay
25.07 20 Brunnen 5 Brunnen defekt, 5 + repariert

Das hängt u. a. zusammen mit dem Tatbestand, dass Chantha seinen früheren Obermönch aus seiner Pagode zufällig begegnet ist und der jetzt für uns arbeitet. Mein Eindruck, ein absoluter Gewinn, was auch den Intelligenz-Grad angeht.

Es zeigt sich deutlich, die Zahl der defekten Brunnen nimmt zu, je weiter der Brunnen von Siem Reap bzw. Trach entfernt sind; in Trach leben die Mitarbeiter der Bau- und Kontrollgruppen, dort ist es kein Problem,

Weitere Brunnen habe ich nicht mehr aufgelistet, da mein Arbeits – Schwerpunkt deutlich mehr in der Information und Abarbeitung der Problematik mit der Brunt Familie lag sowie in der Regelung der privaten Situation bei Chantha selbst. Mein allgemeiner Eindruck ist, dass unsere schon nervige und penetrante Hinterfragung sowie Hinweise über Sauberkeit langsam Früchte trägt; auch die kleinen Gärten nehmen spürbar zu. Um es mal prozentual auf einen Nenner zu bringen, dort wo unsere Brunnen stehen, liegt der Anteil der Sauberkeit bei etwa 15 %, der Anteil der Gärten bei 25 % mit. 

Sichtbar ist auch, dass die Elektrifizierung des Landes Kambodscha Fortschritte macht, lediglich in den mehr als 40 km entfernten Gebieten rund um Siem Reap gibt es noch keinen Strom.

In diesem Zusammenhang der Hinweis, dass ich mit den Bauleuten und Chantha den Brunnen um einen 2. Zapfstutzen ergänzt habe. Damit sind die Familien in der Lage, eine bessere Bewässerung ihrer Gartenanlage usw. zu erreichen mittels einer Pumpe, die aber selbst zu kaufen ist.

Alles in Allem war diese Reise nach meiner Einschätzung die bisher wichtigste, da sich schon einige Probleme aufgetan haben, die einerseits abgearbeitet werden mussten und andererseits Auswirkungen auf unsere zukünftige Arbeit haben und hier besonders die Änderung des Namens unseres gemeinnützigen Vereins. Es bleibt spannend, was auch die Entwicklung von Chantha angeht. In einem Gespräch mit Lun Yeng – einem Freund – werde ich die Möglichkeit eruieren, ob es möglich ist, dass Chantha mit einer kleinen Schilderproduktion sich selbständig machen kann; das wird nie und nimmer etwas mit unserem Verein zu tun haben. Es geht um die Sicherstellung des Einkommens von Chantha und seine spätere Versorgung, es war kaufmännischer Unterricht angesagt.

Heil und gesund wieder zurück habe ich diesen Reisebericht geschrieben und hoffe, dass einige interessante Aspekte dabei gewesen sind.


Helmuth Kircher, August 2018